Wie sich das Google Ranking zusammensetzt und wie Webseiten bewertet werden, ist für die SEO-Optimierung essenziell. Mit der „Page Experience“, einem neuen Google Ranking-Faktor ab Mai 2021, steht die nächste große Veränderung ins Haus. Unter dem Begriff „Page Experience“ fasst Google mehrere Metriken zusammen, die insbesondere den technischen Aufbau und die Ladezeiten betreffen – und für Sie fortan von großer Bedeutung sind.
Nun mit Datum: Page Experience als neuer Google Ranking-Faktor ab Mai 2021
Schon im Sommer 2020 kam die Ankündigung, dass das „gebündelte Signal“ bald zum Ranking-Faktor werde und damit maßgeblich Einfluss auf das Google Ranking nehmen werde. Danach wurde es lange still um die Page Experience, laut Google unter anderem wegen der weltweiten Corona-Pandemie. Jetzt steht der Starttermin fest, und im Mai kommen große Veränderungen auf Sie zu.
So setzt sich die Page Experience zusammen
Das neue Google Ranking-Signal stützt sich auf insgesamt sieben Metriken, von denen drei die sogenannten Core Web Vitals abbilden. Die Core Web Vitals füllen schon länger die Monitore in den Marketingabteilungen, vorgestellt wurden sie erstmals im Mai 2020. Sie setzen sich wie folgt zusammen:
- Ladezeit (Largest Contentful Paint)
- Interaktivität (First Input Delay)
- Visuelle Stabilität (Cumulative Layout Shift)
Zusammen sollen sie die technische Nutzerfreundlichkeit einer Webseite bewerten. Man kann sie als Blaupause dafür lesen, was Google als „Best Practices“ ansieht.
Die Page Experience kombiniert diese drei Metriken mit vier weiteren Kriterien. Sie lauten:
- Kompatibilität gegenüber Tablets und Smartphones (Mobile Friendly)
- Qualität des Codes, insbesondere mit Hinblick auf Effizienz und Sicherheit (Safe Browsing)
- Nutzung einer HTTPS-Verschlüsselung, wie sie bereits heute der Standard sein sollte
- Keine Interstitial-Nutzung
An den nun sieben Metriken wird deutlich, dass die Page Experience genau genommen gar kein völlig neuer Rankingfaktor ist. Sie fasst sieben Metriken zusammen, die schon heute in das Google Ranking Ihrer Projekte einfließen. Durch die Bündelung und die Ankündigung darf man annehmen, dass alle sieben künftig stärker ins Gewicht fallen als bisher.
Erinnern wir uns: Die Mobile Friendliness einer Webseite zählte schon einmal, damals medienwirksam als „Mobilegeddon“ angekündigt. Dasselbe galt für HTTPS, das im ganzen Internet ein Umdenken auslöste. Googles Algorithmus-Anpassungen von gestern prägten die Zukunft von morgen. Die Ladezeiten wiederum wurden unter anderem mit dem „Mobile Speed Update“ neu gewichtet.
Was sagen die einzelnen Metriken der Core Web Vitals in der Page Experience aus?
Bei vielen der von Google benutzten Begrifflichkeiten lässt sich schnell schlussfolgern, welche Bewertungskriterien diese letztlich repräsentieren. Trotzdem sind Begriffe wie „Cumulative Layout Shift“ vielen Marketern und Webmastern aus völlig verständlichem Grund nicht unbedingt geläufig. Wir möchten erklären, was sich hinter den neuen Google Ranking-Metriken verbirgt – und wie sie Ihnen helfen, Ihre Projekte auf die Zukunft auszurichten.
Largest Contentful Paint (LCP): Ladezeit
Gemessen wird die Zeit vom Aufruf der Seite bis zum vollständigen Laden des Primär-Contents. Werte unterhalb von 2,5 Sekunden hält Google für gut, zwischen 2,5 und 4 Sekunden besteht Verbesserungsbedarf. Webseiten, die für ihren Primär-Content länger als 4 Sekunden brauchen, riskieren eine Abstufung.
Cumulative Layout Shift (CLS): visuelle Stabilität
Webseiten laden Schritt für Schritt, auch wenn Nutzer es nicht bemerken. Im schlimmsten Fall will jemand auf ein Element klicken, während die Seite noch lädt, und anschließend verschiebt sich das komplette Layout — der Klick landet dann auf einem Werbebanner oder im Nirgendwo. Positiv ist, wenn sich das Layout während des Ladens wenig bis gar nicht verschiebt. CLS-Werte bis 0,1 bewertet Google als gut, alles oberhalb von 0,25 als schlecht.
First Input Delay (FID): Interaktivität
FID gibt an, wie viel Zeit zwischen der ersten Interaktion des Nutzers und der Reaktion des Browsers samt der darin geladenen Webseite vergeht. Gut sind Werte unter 100 Millisekunden, alles oberhalb von 300 Millisekunden ist ein triftiger Grund für Verbesserungen.
Die weiteren vier Metriken: Altbekanntes, das neue Bedeutung erlangt!
Die Page Experience greift des Weiteren vier altbekannte Metriken auf. Wir schauen genauer hin, denn Best-Practice-Lösungen sind heute noch Ziel, morgen mitunter schon Standard.
Mobile Friendly
Dieses Kriterium bildet ab, wie gut eine Webseite auf mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones dargestellt wird — sowohl bei den Ladezeiten als auch bei der Anordnung der Gestaltungselemente.
Safe Browsing
Bei positiv bewerteten Webseiten setzt Google schlanken, effizienten und sauberen Code voraus. Auch wenn Nutzer damit nicht direkt in Berührung kommen, steht der Code stellvertretend für die Qualität der Webseite und ihres Backends.
HTTPS-Verschlüsselung
Das kleine Schloss in der Adresszeile des Browsers kennen inzwischen auch technisch weniger versierte Nutzer. HTTPS ermöglicht die sichere Übertragung zwischen Nutzer und Webseite und gilt längst als unverzichtbarer Standard.
Keine Interstitial-Nutzung
Der Begriff „Interstitials“ ist nicht neu, aber auch nicht besonders verbreitet. Verständlicher wird die Metrik, wenn man Interstitials durch „Pop-ups“ ersetzt, denn genau das ist gemeint. Störende Pop-ups, die den Blick auf den eigentlichen Inhalt verstellen, bewertet Google negativ. Manchmal lassen sie sich nicht vermeiden, etwa mit Blick auf die DSGVO und die damit verbundenen Cookie-Abfragen. Werbeanzeigen und Ähnliches können dagegen zu einer schlechteren Bewertung führen.
Fazit: Googles neue Metriken sind kein Hindernis, sie sind eine Chance
Die Page Experience kommt, und sie wird die Google Rankings vielleicht nicht grundlegend auf den Kopf stellen, aber definitiv beeinflussen. Viele der enthaltenen Metriken zählen ohnehin schon, künftig aber mit größerem Gewicht. In jedem Fall spiegeln sie alle das wider, was weit über das Ranking in Suchmaschinen hinaus zählt: den Grundstein für eine positive User Experience zu legen, damit Ihre Besucher immer wieder kommen.



